Bei einem EU-Türkei-Gipfel wird ein Aktionsplan zur Flüchtlingskrise beschlossen. Ankara verspricht einen verstärkten Grenz- und Küstenschutz, um die ungehinderte Zuwanderung in die EU zu stoppen. Die EU bietet im Gegenzug die Ausweitung der Beitrittsgespräche und drei Milliarden Euro für die Versorgung von Flüchtlingen in der Türkei.
Die EU weitet erstmals seit zwei Jahren wieder die Beitrittsgespräche aus. Mit dem Bereich zur Wirtschafts- und Währungspolitik sind nun 15 von 35 Verhandlungskapitel eröffnet, in denen die EU-Standards festgelegt sind.
Die NATO beschließt eine Marine-Mission in der Ägäis, die Informationen über Schleppernetzwerke an der türkischen Küste liefern soll.
Bei einem EU-Türkei-Gipfel bietet Ankara die Rücknahme aller Flüchtlinge an, die neu auf den griechischen Inseln ankommen. Für jeden abgeschobenen Syrer soll ein anderer Syrer, der schon in der Türkei ist, von den EU-Staaten aufgenommen werden.
Die EU-Staaten nehmen bei ihrem Gipfel das türkische Angebot an. Für türkische Bürger soll dafür ab Juni eine Einreise ohne Visum in die EU möglich sein. Zudem soll ein weiteres Beitrittskapitel eröffnet und für Flüchtlinge in der Türkei der Hilfsbetrag bis 2018 auf sechs Milliarden Euro verdoppelt werden.
Die Verhandlungen über die Visa-Liberalisierung stecken fest. Ankara will seine weit gefassten Terrorismusgesetze nicht ändern. Präsident Recep Tayyip Erdogan fordert die Visa-Freiheit nun bis "spätestens Oktober" - sonst will er den Flüchtlingspakt aufkündigen.
Die EU reagiert besorgt auf die Aufhebung der Immunität dutzender Abgeordneter im türkischen Parlament.
Der Bundestag beschließt eine Resolution, in der die Tötung von Armeniern im Osmanischen Reich als Völkermord bezeichnet wird. Ankara verweigert deutschen Abgeordneten daraufhin den Besuch von Bundeswehr-Soldaten auf dem türkischen Stützpunkt Incirlik.
Die EU weitet ihre Beitrittsgespräche mit der Türkei nochmals aus. Eröffnet wird das Verhandlungskapitel zu Haushaltsfragen.
Die Ankunftszahlen in Griechenland sind durch den Flüchtlingspakt deutlich gesunken. Während zwischen Januar und März noch durchschnittlich mehr als 50.000 Menschen pro Monat in Griechenland eintrafen, waren es im Juni nur noch gut 1500.