Landwirtschaft

Unsere Zukunft steckt im Boden

Greenpeace setzt sich für eine moderne, gesunde Landwirtschaft ein, die sich an natürlichen ökologischen Kreisläufen ausrichtet und auf den Einsatz von Gentechnik und Pestiziden verzichtet.

1990-10-08 00:00:00

GATT spielt Gott

8. Oktober – 20. November 1990 Seit 1990 ist Greenpeace gegen Patente auf Leben aktiv. Denn im Rahmen des internationalen Zoll- und Handelsabkommens GATT (General Agreement on Tarifs and Trade) in Genf sollen gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere unter Patentschutz gestellt werden. Diese „GATTastrophe“ wollen die Umweltaktivisten mit Aktionen verhindern. Ein Heißluftballon in Form eines Fisches, gestaltet vom Wiener Künstler André Heller, fliegt durch die Straßen von Genf. Greenpeace fordert damit die Schweizer Delegation auf, sich in den GATT-Verhandlungen klar gegen die Patentierung von Lebewesen und deren Erbgut zu stellen. In einem offenen Brief an die Staatsoberhäupter der 107 GATT-Mitgliedstaaten wendet sich die Organisation gegen jede Patentierung von genetischen Ressourcen.

1990-12-15 00:00:00

Rechtsmissbrauch

Die Patentierung von Pflanzen und Saatgut als biotechnologische Erfindungen gehört zu den strittigsten Fragen im europäischen Patentrecht. Generell sind Patente auf landwirtschaftliche Nutzpflanzen und Tierarten verboten. Trotzdem hat das Europäische Patentamt (EPA) in München damit begonnen, solche Patente zu erteilen. Greenpeace klagt nun gegen ein Patent der Firma Plant Genetics System auf genmanipulierte, herbizidresistente Pflanzen (EP 0242236). Die Umweltorganisation sieht darin den Missbrauch des Patentrechts.

1995-01-21 00:00:00

Kein Exklusivrecht auf Pflanzen

Greenpeace erzielt einen wichtigen Etappensieg: Das Patent EP0242236 der Firma Plant Genetic Systems aus den Niederlanden von 1987 muss vom Europäischen Patentamt widerrufen werden, da es gegen das Verbot der Patentierung von Pflanzensorten verstößt. Aus dem Schutz von Erfindungen soll kein Instrument für Konzerne werden, um Kapital aus genetischen Ressourcen zu schlagen.

1995-11-23 00:00:00

EU-Patentrichtlinie vom Tisch

Die Biotech- und Pharmaindustrie initiiert eine EU-Patentrichtlinie für Rechtsschutz auf biotechnologische Erfindungen (98/44 EC). Ziel ist, genetische Ressourcen von Menschen, Tieren und Pflanzen zu patentieren und kommerziell zu nutzen. In der Öffentlichkeit löst dies starke Kritik aus. Greenpeace protestiert und legt Einspruch ein - mit Erfolg: eine Mehrheit im EU-Parlament lässt die Richtlinie scheitern. Damit ist Praxis der schrankenlosen Patentvergabe gestoppt.

1996-06-19 00:00:00

Die Patent-Mafia

Greenpeace klagt gegen ein Patent auf gentechnisch veränderte Sojabohnen der Firma Monsanto (EP 0546090). Biotech- und Chemiekonzerne profitieren von gentechnisch veränderten Pflanzen: Durch die Monopolisierung der Nutzungsrechte geraten Landwirte weltweit in Abhängigkeit, und die Konzerne kontrollieren die Lebensmittelproduktion. Greenpeace kritisiert das Vorgehen der Konzerne.

1998-07-20 00:00:00

Niederlage im Patenrecht: EU genehmigt Patente auf Leben

Das Europäische Parlament genehmigt trotz heftiger Proteste die EU-Patentrichtlinie „Rechtlicher Schutz biotechnologischer Erfindungen“ (98/44 EC). Nun sind Patente auf Menschen, Tiere, Pflanzen und ihre genetischen Grundlagen erlaubt. Greenpeace bekämpft diese Richtlinie seit 1995 und warnt vor einer Umsetzung auf nationaler Ebene. Besonders in der Kritik ist die Praxis des Europäischen Patentamts (EPA), das, obwohl kein EU-Organ, die umstrittene Richtlinie in ihr Regelwerk übernimmt.

2000-02-21 20:52:27

Stoppt die Menschenzüchter!

Greenpeace enthüllt ein Patent der Universität Edinburgh auf menschliche Embryonen (EP 695351), das vom Europäischen Patentamt (EPA) in München bereits im Dezember 1999 zugelassen wurde. Ein Tabubruch, der es möglich macht, menschliche Zellen zu manipulieren und sogar gentechnisch veränderte Menschen zu „züchten“. Greenpeace und 14 andere Organisationen legen Einspruch dagegen ein. Zudem mauern Greenpeace-Aktivisten die Eingänge des EPA zu und verlangen ein Verbot von Patenten auf Pflanzen, Tiere, Menschen und ihre Gene. Brüssel soll die Gen-Patent-Richtlinie neu verhandeln.

2001-10-12 01:12:08

Drohendes Unheil

Greenpeace-Aktivisten aus Indien, Deutschland und Großbritannien sichern fünf Tonnen hochgradig schädlicher, veralteter Umweltgifte in Kathmandu, Nepal. Sie lagern seit Jahren am Rand der Großstadt. Großunternehmen wie Bayer, Monsanto, Sandoz, Shell, Rhone Poulenc und Union Carbide (Dow) lieferten die inzwischen verbotenen Insekten- und Pilzgifte in den 70er Jahren nach Nepal, um asiatische Märkte zu erobern; nun drohen die Gifte, Grundwasser und Äcker zu verseuchen.

2001-10-22 01:12:08

Biopiraterie

Auf einer Konferenz der Konvention über biologische Vielfalt (CBD) stellt Greenpeace die Biopiraterie von Konzernen wie Monsanto und Dupont an den Pranger. Gemeinsam mit Misereor klagt der Verein gegen ein Patent der Firma Dupont auf traditionelle Maissorten (EP 0744888). Internationale Konzerne sichern sich mit Patenten exklusive wirtschaftliche Nutzungsrechte an Genen, Zellen, Pflanzen und Saatgut wichtiger Nutzpflanzen der Welt. Viele Entwicklungsländer prangern diese neue Form des Kolonialismus als "Biopiraterie" an. Die CBD fordert besseren Schutz der Entwicklungsländer vor dem Raub ihrer genetischen Ressourcen.

2002-06-10 00:00:00

Greenpeace patentiert Currywurst

Als Protest gegen die Umsetzung der EU-Patentrichtlinie meldet Greenpeace ein eigenes Patent auf die Currywurst an und überreicht den Patentantrag auch im Bundeskanzleramt - mit Blick auf das Lieblingsessen von Kanzler Gerhard Schröder (SPD). Der Protest wirkt: Die Bundesregierung verzichtet darauf, die Patentrichtlinie noch vor der Bundestagswahl im September 2002 abstimmen zu lassen.

Landwirtschaft

Launch
Copy this timeline Login to copy this timeline 3d