Für eine Zukunft ohne Kohle

Seit mehr als zwei Jahrzehnten setzt sich Greenpeace für den Schutz des Klimas ein. Untrennbar damit verbunden ist die Arbeit für den Kohleausstieg, denn solange Kohlekraftwerke unseren Strom liefern, ist eine echte Energiewende nicht möglich. Greenpeace hat mit Energieszenarien gezeigt, wie ein Ausstieg funktionieren kann, hat den Entwurf eines Ausstiegsgesetzes vorgelegt, hat mit großen und kleineren Aktionen auf das Problem und seine Lösung aufmerksam gemacht.

1995-03-01 15:05:00

Frimmersdorf 1995

Einen Tag vor Beginn der Klimakonferenz in Berlin erklettern Greenpeace-Aktivisten den 193 Meter hohen Schornstein des RWE-Kohlekraftwerks in Frimmersdorf. Das Kraftwerk bei Grevenbroich ist eine der größten Dreckschleudern Deutschlands – wie dreckig, das zeigen die Aktivisten den teilnehmenden Staaten des zeitgleich stattfindenden Weltklimagipfels mit Live-Bildern vom Schlot direkt zum Konferenzort. RWE will den ungebetenen Besuch beenden, doch ein Räumungsversuch scheitert. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass Greenpeace dem Energieriesen das Leben schwer macht.

1998-09-01 00:00:00

Dinosaurier in Horno

Der kleine Ort Horno soll einem neuen Braunkohletagebau weichen. Aus Protest beschließt der Gemeinderat, sich der Greenpeace-Aktion „Stromwechsel“ anzuschließen, die sich für die Förderung Erneuerbarer Energien einsetzt. Maskottchen des Protests wird ein Dinosaurier, der das Schicksal der Braunkohlekonzerne symbolisiert. Denn Kohle ist vor allem eins: ein unzeitgemäßes Fossil. Die Greenpeace-Kampagne „Aktion Stromwechsel“ stößt auf große Unterstützung und bringt die unabhängige Genossenschaft Greenpeace Energy eG hervor, die heute in ganz Deutschland Kunden mit Ökostrom versorgt.

1998-11-17 00:00:00

Für sauberen Strom

Greenpeace der Zeit voraus: Im August 1998 startet die „Aktion Stromwechsel“. Die Umweltschützer werben in einer breit angelegten Kampagne für den Wechsel – an Infoständen der lokalen Gruppen, via Telefon und Internet. Grundlage ist das im April verabschiedete Energiewirtschaftsgesetz. Danach kann jeder Kunde jetzt seinen Stromversorger frei wählen. Bis zum Jahreswechsel erklären 50.000 Haushalte und kleine Gewerbebetriebe gegenüber Greenpeace ihre Bereitschaft zu wechseln und künftig nur noch Strom aus umweltschonenden Quellen beziehen zu wollen.

2004-05-01 15:05:00

Rosa Bagger in Hambach

Wieder ein Überraschungsbesuch bei RWE: Mehr als 50 Stunden harren Greenpeace-Aktivisten auf einem Schaufelradbagger im RWE-Braunkohletagebau Hambach in Nordrhein-Westfalen aus. Den 96 Meter hohen Bagger haben sie schweinchenrosa gestrichen – als Demonstration gegen die „Umweltschweinerei Braunkohle". Anlass der Aktion ist die internationale Konferenz „renewables 2004“ in Bonn, wo Vertreter von mehr als 80 Staaten über den Ausbau Erneuerbarer Energien beraten. Greenpeace weiß: Für eine wirkungsvolle Förderung von Erneuerbaren muss zuerst die Förderung von Kohle beendet werden.

2005-12-01 15:05:00

Energy [R]Evolution

Eine gemeinsame Studie von Greenpeace und dem europäischen Verband der Erneuerbaren Energien zeigt: Die weltweiten CO2-Emissionen können bis 2050 um fast die Hälfte zurückgehen. Wie? Durch eine „Globale Energierevolution“ mit intelligentem Einsatz von Energie und erneuerbaren Energien. Seit der Erstauflage 2005 aktualisiert Greenpeace das Energieszenario regelmäßig, die Kernbotschaft bleibt jedoch dieselbe: Wir müssen raus aus der schmutzigen Kohleverbrennung, die Zukunft gehört den Erneuerbaren.

2005-12-01 15:05:00

Auf dem Kühlturm von Neurath

„Eisige Winde, Wasserdampfschwaden und die Rauchgase haben uns schwer zugesetzt, aber es geht uns gut.“ – Drei Tage und zwei Nächte harren Greenpeace-Aktivisten auf dem Kühlturm des RWE-Braunkohlekraftwerks Neurath aus. In 134 Metern Höhe protestieren sie gegen die Klimazerstörung durch RWE, den größten CO2-Emittenten Europas. Gleichzeitig findet in Montreal die Ministerrunde der UN-Klimakonferenzen statt, wo Bundesumweltminister Sigmar Gabriel die deutschen Wünsche für den Klimaschutz vorstellt. Die Aktion der Greenpeace-Aktivisten lässt keinen Zweifel daran, was ganz oben auf der Wunschliste stehen muss.

2006-06-01 15:05:00

Smoking kills

Erneut protestieren Greenpeace-Aktivisten am RWE-Kraftwerk Neurath, diesmal aus der Ferne. „Rauchen tötet“ projizieren sie mit einem Starklicht-Diaprojektor auf den Kühlturm. Ein Warnhinweis, der sonst nur auf Zigarettenpackungen gedruckt und gerne ignoriert wird. Die Projektion von Greenpeace kann man jedoch nicht so leicht übersehen: 60 Meter breit und 40 Meter hoch erstrahlt die Mahnung auf dem RWE-Gelände. Mit dem Betrieb von Braunkohlekraftwerken wie Neurath blockiert der Konzern den Ausbau erneuerbarer Energien – und treibt die Zahl der Klimaopfer weiter in die Höhe.

2007-03-01 15:05:00

Klimaschutz Plan B

Jetzt wird es konkret: Greenpeace erstellt ein nationales Energiekonzept, das einen genauen Plan für die Senkung der Treibhausgas-Emissionen bis 2020 beinhaltet. Atomkraft hat darin keinen Platz, das belegt die Studie eindeutig. Der vorgezogene Atomausstieg bis 2015 ist demnach nicht nur mit den Klimaschutzzielen vereinbar, sondern sogar der entscheidende Motor für den Ausbau der klimafreundlichen Alternativen wie Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), Erneuerbare und energiesparende Technologien. Die Zeit der Ausreden ist also vorbei.

2007-08-01 15:05:00

Beluga auf Tour

Unter dem Motto „Keine neuen Kohlekraftwerke – Klimaschutz geht anders!“ geht das Greenpeace-Schiff Beluga II auf Info-Tour durch sechs deutsche Städte, die als Standorte für neue Kohlekraftwerke vorgesehen sind. In den jeweiligen Häfen können Besucher das Greenpeace-Schiff besichtigen und sich über die Auswirkungen von Kohlekraftwerken auf das Klima sowie Alternativen bei der Stromerzeugung informieren. Nach gut vier Wochen endet die Reise in Dörpen – doch das wahre Ziel ist erst erreicht, wenn erneuerbare Energien die dreckige Kohle endgültig ersetzt haben.

2007-10-01 15:05:00

Besuch in Boxberg R

In der Morgendämmerung klettern 36 Greenpeace-Aktivisten auf sieben Kräne der Baustelle für den Block R des Braunkohlekraftwerks Boxberg in der Oberlausitz. Mit einem 19 mal 10 Meter großen Transparent, das in 75 Metern Höhe an einem der Kräne befestigt wird, fordern sie den sofortigen Baustopp. Zuvor hat Greenpeace beim Regierungspräsidium Dresden die Widerrufung der 2006 erteilten Betriebsgenehmigung beantragt. Der neu geplante Block wird 4,4 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid im Jahr ausstoßen – das entspricht etwa den jährlichen CO2-Emissionen von ganz Costa Rica.

Für eine Zukunft ohne Kohle

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