Zürich auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft

Seit 2006 ist Zürich auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft. Die Anstrengungen für mehr Energieeffizienz und eine hohe Umweltqualität haben jedoch schon viel früher begonnen. Machen Sie eine Zeitreise und verschaffen Sie sich einen Überblick über Meilensteine, Erfolge und Beiträge der Stadt Zürich.

Bereits im 19. Jahrhundert begann Zürich, Wasserkraft zur Stromproduktion und Abwärme aus der Kehrichtverbrennung zu nutzen. Als Folge der Industrialisierung und des Wirtschaftswachstums sind Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen in den letzten 60 Jahren enorm gestiegen – mit ihnen die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. Jetzt heisst es, weniger Ressourcen zu brauchen, die erneuerbaren Energien auszubauen und Gebäude, Geräte, Fahrzeuge energieeffizienter zu machen. An diesem grossen Projekt arbeiten Betriebe, Departemente und Dienstabteilungen der Stadt Zürich gemeinsam.

1856-01-01 08:35:05

Russ verschwindet aus Zürichs Gassen

Gaslaternen: Als dritte Deutschschweizer Stadt führt Zürich Leuchtgas zur öffentlichen Beleuchtung ein. An über 3000 Standorten haben helle Gaslaternen das russige Licht der Öllampen ersetzt. Dem Einsatz von Gas zu Leuchtzwecken wird der Bau städtischer Gaswerke folgen. Zurzeit sind noch 36 mit Erdgas betriebene Leuchten im Niederdorf in Gebrauch.

1893-01-01 08:35:05

Industriequartier liefert Wasserstrom

Limmatwerk: Schon im Mittelalter nutzte das Gewerbe die Kraft des Limmatwassers. Ende des 19. Jahrhunderts wird der Stadtfluss erstmals zur Gewinnung von Elektrizität gestaut. Der Letten-Strom treibt anfänglich die angrenzenden Industriebetriebe und ab 1897 auch die elektrische Strassenbahn an.

1894-03-08 08:35:05

Zürcher Tram wird elektrisch

Elektrotram: Die Elektrizität hält Einzug im Trambetrieb – das ab 1882 bestehende Rösslitram wird abgelöst. Damit ist der Grundstein für das Tram als leistungsfähiges Massenverkehrsmittel gelegt. Eine Dampfmaschine im Depot Burgwies erzeugt den Strom für die erste elektrische Tramlinie (Burgwies–Bellevue–Kunsthaus–Römerhof–Kreuzplatz).

1902-01-01 00:00:00

Stadt Zürich erwirbt Nutzungsrechte

Wasserkraft: Mehrere Mittelbündner Gemeinden treten ihre Konzessionen zur Nutzung der Wasserkraft an die Stadt Zürich ab. Das Elektrizitätswerk wird in der Folge unterhalb des Julierpasses, im Albulatal und am Hinterrhein sieben Kraftwerke erstellen, die Strom für weit über 100 000 Haushalte liefern.

1928-01-04 04:34:51

Mit Siedlungsabfall kann man heizen

Kehrichtheizkraftwerk: Eine Wärmeleitung verbindet den Hauptbahnhof mit dem westlichen Stadtrand von Zürich. Der heisse Dampf zum Beheizen des Bahnhofs, der Sihlpost sowie benachbarter Geschäfts- und Wohnhäuser stammt aus dem Kehrichtheizkraftwerk an der Josefstrasse. Dieses ist 1904 als erste Anlage der Schweiz in Betrieb gegangen.

1939-05-27 04:34:51

Erste Buslinie verkehrt elektrisch

Trolleybus: Zwischen dem Bezirksgebäude im Kreis 4 und dem Bucheggplatz ersetzt der elektrische Trolleybus den benzinbetriebenen Autobus. Der Elektromotor spielt besonders auf steigungsreichen Strecken seine Stärken aus.

1954-10-24 04:34:51

Strom aus dem Bergell

Wasserkraft: Im Lauf des 20. Jahrhunderts ist die Wasserkraft im Kanton Graubünden stark ausgebaut worden. 1954 genehmigen die Zürcher Stimmbürger einen Kredit von 175 Millionen Franken für Kraftwerke im Bergell. Die vier Wasser- und Pumpspeicherkraftwerke Löbbia, Castasegna, Bondo und Lizun werden dereinst Strom für fast 100 000 städtische Haushalte liefern.

1969-01-01 04:34:51

Kehrichtheizkraftwerk Hagenholz geht in Betrieb

Fernwärme: Die Stimmberechtigten bewilligen einen Kredit von 61 Millionen Franken, um die Infrastruktur für die Abfallentsorgung zu erweitern. Das Kehrichtheizkraftwerk Hagenholz soll Siedlungsabfälle aus der Stadt und den umliegenden Gemeinden verbrennen. Vier Jahre nach der Eröffnung wird die Stadt Zürich die Nachbarquartiere bereits mit Wärme aus Abfall versorgen.

1974-01-01 04:34:51

Erdgas ersetzt Leuchtgas

Gasversorgung: Die Glut in der Kokserei von Schlieren (Bild) ist erloschen – vor den Toren Zürichs wird kein Leucht- oder Stadtgas mehr produziert. Die Strassen sind neu mit Erdgas, welches umweltschonender ist, beleuchtet. Drei Jahre später wird die nationale Erdgas-Transitleitung zwischen Basel und Nufenen eröffnet werden, sodass die Gasversorgung in der ganzen Schweiz umgestellt werden kann.

1977-03-01 04:34:51

Öffentlicher Verkehr erhält 200 Millionen

ÖV-Förderung: Die Stimmberechtigten sagen ja zur Förderung des öffentlichen Verkehrs. Ab jetzt werden Lichtsignalanlagen so programmiert, dass Tram und Bus bevorzugt sind, und separate Busspuren verhindern, dass der Bus im Stau steckenbleibt. Ausserdem wird die Infrastruktur der Haltestellen verbessert und die Tramlinie nach Schwamendingen erweitert.

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